I’m the wild one…

…röhrende Motoren, rauchende Reifen, Gummigeruch in der Luft! Dicke bärtige Männer in Lederfritattenjacken auf fetten Harleys, mit Bier in der Hand und dazu laute Rockmusik… DAS waren die Bilder in meinem Kopf, als ich mich vor ewigen Zeiten überreden ließ ein Motorradtreffen zu besuchen. Tja, was soll ich sagen… Ich war überrascht und überglücklich, dass die Bilder nur teilweise meinen Vorstellungen entsprachen.

 

 

Leider haben es meine Lebensumstände damals nicht erlaubt, meinen Traum vom A-Schein zu verwirklichen und selber ein hübsches Maschinchen zu fahren, aber aufgeschoben war nicht aufgehoben! Wer schon einmal selbst Motorrad gefahren ist, der weiß, dass selber fahren einfach anders ist! So hab ich mir fast 2 Jahrzehnte später eine 125er geschenkt 🙂 und mich mal mit so einem Ding vertraut gemacht und Schalten gelernt. Nach den 6 Fahrstunden für den Code 111 und vielen guten Tipps von meinem Fahrlehrer (Danke Charly!) nahm ich mir vor, 3.000km über den Sommer zu schaffen, um Spaßfaktor und Zeitmanagement zu prüfen.

Ich denke die Sucht begann bereits bevor ich die ersten 1.000km hinter mir hatte. Selbstbestimmt fahren, das Gefühl, sich in die Kurven zu legen, eins zu werden mit seinem Bike, die Geschwindigkeit zu spüren, wenn man den Gashahn aufdreht und das Motorrad seine Kraft, seine Leistung entfaltet.
OK, war bei der 125er jetzt nicht so berauschend, aber immerhin so viel, dass ich mehr wollte. Der Fahrtwind, der einem leicht um die Nase weht und vor allem die wundervollen Orte, die man mit Auto selten oder nie besucht.

Ich liebte dieses durch die Gegend fahren, meine nähere Heimat abseits der üblichen Strecken kennen zu lernen, stressless meine Runde zu drehen und kriegte meist das Grinsen für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Gesicht. Da war für mich klar, das taugt mir. Es muss ein „richtiges“ Motorrad her.

Im September hatte ich dann voller Stolz die 3.000km beisammen und fühlte mich bereit den A-Schein zu machen. Seit Oktober 2015 darf ich diesen mein Eigen nennen. In meinem Freundeskreis war ich von da an nur mehr die „Wüde Henn“, dieser Spitzname ist mir bis heute erhalten geblieben.

In meine erste Saison startete ich mit dem wundervollsten Motorrad, dass man sich als Frau und Anfängerin vorstellen kann. Die Suzuki Gladius SFV650, 72PS,  niedrige Sitzhöhe (bin leider nicht die größte) und einem traumhaft spritzigen 2 Zylinder V Motor. Meine Lady in Red! Meine 1. Saison schloss ich mit 8.500km ab und liebte jeden einzelnen davon.

Spannend startete ich in die 2. Saison. Ich hatte über den Winter einige Bekanntschaften via Facebook geschlossen zum gemeinsamen Ausfahren und freute mich riesig darüber. Eine traumhafte Saison mit 22.000km war das Ergebnis dieser Kontakte und Community. Hier entstand übrigens auch die
Freundschaft mit Viktor Sator.

Im Jahr 2018 wechselte ich auf die Yamaha FZ1. Eine neue Herausforderung und wirklich ein feines Motorrad, wenngleich mich der Umstieg auf die 4Zylinder doch auch einiges an Umstellung und Gewöhnung kostete. Stolz kann ich heuer schon einige Touren auf meiner „Löffelliste“ abhaken, wie Kroatien – die Jadranska Magistrala, ein paar wunderschöne Touren nach Salzburg, 2 Tage in der Wachau und liege mit rund 21.000km bis jetzt in einem guten Schnitt für 2018. Südtirol steht noch auf dem Plan und im September möchte ich nochmal die Küstenstraße in Kroatien erkunden.

Ich freue mich irrsinnig eine „KurvenfahrerIn“ zu sein und hoffe auf jede Menge spannende Themen über alles „Was uns Frauen bewegt“…
In diesem Sinne #havefun #trainyourskills und vor allem #ridesafe…

Aja und den ersten Satz bitte nicht diskriminierend oder vorverurteilend auffassen, natürlich wusste ich damals gleich, dass Motorradfahrer ein kunterbuntes Völkchen mit unterschiedlichen Motorrädern, Vorlieben und vor allem Meinungen ist…
Und das finde ich gut so!

Eure Heidi!

 

 

 

 

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